Wenn Eltern den Eindruck haben, dass ihr Kind von Mobbing betroffen ist, stellt sich früher oder später eine zentrale Frage: Wie kann diese Situation beendet werden?
Nachdem zu Hause erste Gespräche geführt wurden und das Kind sich idealerweise sicher begleitet fühlt, richtet sich der Blick vieler Eltern auf die Schule. Das ist sinnvoll. Mobbing findet in der Regel im schulischen Kontext statt und kann dort auch wirksam bearbeitet werden. Gleichzeitig fühlen sich viele Eltern unsicher. Wen spreche ich an? Was sage ich? Und was, wenn die Schule nicht reagiert oder die Situation anders einschätzt? Dieser Beitrag soll Dir Orientierung geben, wie ein konstruktiver Weg aussehen kann, um Mobbing gemeinsam mit der Schule zu beenden.
Mobbing lässt sich nicht allein zu Hause lösen
So wichtig die Begleitung zu Hause ist, sie allein reicht nicht aus, um eine Mobbingsituation zu beenden. Mobbing ist kein Konflikt zwischen zwei Kindern, sondern ein Gruppengeschehen. Deshalb braucht es Veränderungen im System Schule.
Das bedeutet nicht, dass Eltern die Verantwortung abgeben müssen. Im Gegenteil. Eltern spielen eine wichtige Rolle, indem sie die Situation ernst nehmen, Unterstützung einfordern und ihr Kind auf diesem Weg begleiten. Gleichzeitig dürfen und müssen Schulen ihrer Verantwortung nachkommen, für einen sicheren Lernort zu sorgen.
Der erste Schritt: Die Situation sachlich schildern
Der Kontakt mit der Schule fällt vielen Eltern schwer, vor allem wenn starke Emotionen im Spiel sind. Hilfreich ist es, den ersten Schritt bewusst ruhig und sachlich zu gestalten.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage nach Schuld, sondern die Beschreibung der eigenen Wahrnehmung. Eltern können schildern, dass sie beobachten, dass es ihrem Kind im schulischen Alltag nicht gut geht, und welche Veränderungen sie wahrnehmen. Diese
Beobachtungen dürfen klar benannt werden, ohne Vorwürfe zu formulieren.
Ziel dieses Gesprächs ist nicht, sofort Lösungen festzulegen, sondern gemeinsam anzuerkennen, dass es ein Problem gibt, das ernst genommen werden muss.
Warum Schuldzuweisungen nicht weiterhelfen
Viele Eltern wünschen sich klare Verantwortlichkeiten. Wer hat angefangen? Wer hat was getan? In Mobbingsituationen führt dieser Weg jedoch häufig in eine Sackgasse.
Schuldzuweisungen verstärken Abwehr, sowohl bei einzelnen Lehrkräften als auch im System Schule. Gleichzeitig verschärfen sie oft die Situation für das betroffene Kind. Wirksame Interventionen setzen deshalb nicht bei der Frage nach Schuld an, sondern bei der Frage, wie die Situation für das betroffene Kind spürbar verbessert werden kann.


Mobbing wirksam beenden: Intervention statt Appelle
Erfahrungen aus Schulen und Forschung zeigen deutlich: Appelle, Ermahnungen oder Strafen reichen in Mobbingsituationen nicht aus. Nachhaltige Veränderungen entstehen durch strukturierte Interventionen, die die Gruppendynamik verändern.
Genau hier setzt die Arbeit von Zeichen gegen Mobbing e. V. an. Als gemeinnütziger Verein unterstützen wir Schulen bundesweit bei der Umsetzung wissenschaftlich fundierter Interventionsstrategien. Besonders häufig arbeiten wir dabei mit dem No-Blame-Approach, einer Methode, die Mobbingsituationen ohne Schuldzuweisung bearbeitet und gleichzeitig eine hohe Wirksamkeit zeigt.
Was den No-Blame-Approach auszeichnet
Der No-Blame-Approach zielt darauf ab, Mobbing nachhaltig zu beenden, ohne einzelne Beteiligte zu beschuldigen oder zu bestrafen. Stattdessen wird die Verantwortung für Veränderung in die Gruppe gelegt. Die betroffene Person wird geschützt und entlastet, während gemeinsam konkrete Schritte entwickelt werden, um die Situation zu verbessern.
Viele Schulen schätzen an dieser Methode, dass sie vergleichsweise wenig Ressourcen bindet und dennoch schnell Wirkung entfalten kann.
Wie wir Schulen und Eltern unterstützen
Zeichen gegen Mobbing e. V. versteht sich nicht nur als Beratungsstelle, sondern als begleitende Partnerorganisation. Wir unterstützen Schulen beratend, vermittelnd und bei Bedarf auch während der konkreten Durchführung von Interventionen.
Unsere Beratungsangebote stehen betroffenen Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften kostenfrei und vertraulich zur Verfügung. Durch unsere tägliche Arbeit mit Mobbingsituationen bringen wir viel Erfahrung und fachliche Sicherheit ein. Je nach Methode liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit bei knapp 90 %, bestehende Situationen bereits nach der ersten Durchführung nachhaltig zu lösen.
Wie Eltern das Gespräch mit der Schule vorbereiten können
Eltern müssen diesen Weg nicht allein gehen. Viele empfinden es als entlastend, vor einem Gespräch mit der Schule eine externe Beratung in Anspruch zu nehmen. Dabei können Fragen geklärt werden, etwa welche Schritte sinnvoll sind, wie Gespräche aufgebaut werden können und welche Erwartungen realistisch sind.
Manche Eltern entscheiden sich auch dafür, der Schule gezielt Informationen zu einer geeigneten Interventionsmethode weiterzugeben. Das kann helfen, neue Perspektiven zu eröffnen, ohne Druck auszuüben.
Du musst diesen Weg nicht allein gehen
Mobbing zu beenden ist möglich, aber ohne Unterstützung nicht einfach. Es braucht Zeit, Kooperation und eine klare Haltung. Wichtig ist, dass Eltern sich Unterstützung holen und nicht versuchen, die Situation allein zu tragen.
Wenn Du unsicher bist, wie der nächste Schritt aussehen kann, oder Dir eine fachliche Einschätzung wünschst, kannst Du Dich jederzeit an unser Beratungsteam wenden. Wir unterstützen Dich und die Schule gern auf diesem Weg.
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