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Zeichen gegen Mobbing erreicht 10.000 Schüler:innen: Präventionsarbeit zeigt Wirkung


Verein blickt auf die positive Wirkung seiner Präventionsarbeit und sieht weiterhin großen Handlungsbedarf an Schulen

Gronau (Leine), 15. September 2026 – Der Workshop ist eigentlich schon vorbei. Die Klasse macht sich auf den Weg in die Pause. Doch ein Mädchen bleibt noch kurz im Klassenraum zurück. Sie geht nach vorne, lächelt und sagt: „Danke, dass ihr das Thema endlich ansprecht.“ Für Marek Fink, Gründer und Geschäftsführer von Zeichen gegen Mobbing e. V., ist dieser Moment aus seinem ersten Schulworkshop bis heute unvergessen. „Ich erinnere mich noch genau an dieses Gespräch. Damals war nicht absehbar, dass aus dieser ersten Schulklasse einmal 10.000 erreichte Schüler:innen werden würden. Aber dieser Moment hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen zuzuhören und Ihnen einen Raum zu geben, Ihre Erfahrungen zu teilen.“

Mit dem heutigen Mobbingpräventions-Workshop an der KGS Salzhemmendorf hat der Verein nun die Marke von 10.000 erreichten Schüler:innen überschritten. Für die Verantwortlichen steht dieser Meilenstein jedoch für weit mehr als eine Teilnehmerzahl. Hinter der Zahl stehen 10.000 Kinder und Jugendliche, die sich mit Mobbing, Empathie, Verantwortung und ihrem eigenen Handlungsspielraum auseinandergesetzt haben. Einige haben ihre eigene Situation erstmals als Mobbing erkannt oder erlebt, dass andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Andere haben den Mut gefunden, sich Hilfe zu holen oder über Erlebtes zu sprechen. Viele Schüler:innen haben zudem erkannt, dass sie selbst zu einem respektvollen Miteinander beitragen und das Klassenklima verändern können.

„Wenn wir von 10.000 erreichten Schüler:innen sprechen, dann denken wir an junge Menschen, die ihre eigene Situation vielleicht erstmals als Mobbing einordnen konnten. Immer wieder erleben wir nach den Workshops, dass Schüler:innen bewusster miteinander umgehen, Betroffene unterstützt werden, und jede:r Verantwortung für das Miteinander in der Klasse übernimmt. Solche Veränderungen motivieren uns jeden Tag auf Neue“, so Marek Fink weiter.

Wo Mobbing sichtbar wird, kann Veränderung entstehen
Mobbing bleibt für viele Schulen eine Herausforderung, weil Betroffene häufig aus Angst oder Scham zunächst keine Hilfe suchen. So bleibt Mobbing oft unentdeckt, obwohl aktuelle Studien1 zeigen, dass jede:r siebte Schüler:in von Mobbing betroffen ist. Gleichzeitig hat fast jede fünfte junge Person zwischen sieben und zwanzig Jahren bereits Cybermobbing erlebt.2

Die hohe Zahl betroffener Kinder und Jugendlicher zeigt, warum Präventionsarbeit weiterhin notwendig ist. Für Zeichen gegen Mobbing geht es dabei nicht nur darum, Wissen über Mobbing zu vermitteln. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit zu geben, belastende Situationen zu erkennen, einzuordnen und Hilfe zu suchen.

Nach Abschluss der Präventionsprogramme des Vereins tritt in den teilnehmenden Klassen 34 Prozent weniger Mobbing auf. Gleichzeitig glauben 38 Prozent mehr Schüler:innen, dass andere ihre Gefühle verstehen, während das Gefühl von Hilflosigkeit um 20 Prozent sinkt.3 Für den Verein zeigen diese Zahlen, dass ihre Mobbingprävention in den Klassen Empathie, Zusammenhalt und Handlungsstärke erhöht.

10.000 Begegnungen mit jungen Menschen
In den Projekten begegnen die Social Visionairies, die die Workshops leiten, Kindern und Jugendlichen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Manche erzählen von Konflikten, die bislang fast selbstverständlich mit Beleidigungen oder körperlicher Gewalt beantwortet wurden. Andere sprechen erstmals darüber, wie hilflos sie sich in einer Situation gefühlt haben. Aus vielen dieser Begegnungen entstehen Gespräche, die Mut schenken. Kinder und Jugendliche, die ihre Gefühle bislang kaum benennen konnten, finden plötzlich Worte für Wut, Angst, Scham oder Hilflosigkeit. Erfahrungen werden geteilt, Perspektiven wechseln und manche erkennen erstmals, dass das, was sie erleben, einen Namen hat.

Was diese Arbeit bei Kindern und Jugendlichen auslösen kann, erlebt das Team bis heute unmittelbar. Erst in diesem Jahr arbeitete Zeichen gegen Mobbing mit vier Klassen einer Grundschule. Als die Projekttage endeten und sich alle noch einmal in der Aula begegneten, begannen die Kinder zu applaudieren. „Solche Momente lassen sich nicht messen“, sagt Marek Fink. „Aber sie zeigen uns, welche Bedeutung unsere Mobbingpräventionsworkshops für viele Kinder haben können.“

Für Zeichen gegen Mobbing steht die Marke von 10.000 erreichten Schüler:innen daher für 10.000 Begegnungen, 10.000 Perspektiven und 10.000 Gelegenheiten, etwas in Bewegung zu bringen. „Die Rückmeldungen der Schüler:innen aus den Klassen und unsere Evaluation zeigen uns, dass unsere Projekte und Workshops was bewirken. Die Einstellungen, das Verhalten und sogar die Klassendynamik verändert sich positiv“, sagt Fink. „Damit wollen wir weiter machen. Denn unsere Vision sind mobbingfreie Schulen, in denen sich Schüler:innen wohlfühlen können, ohne Angst vor Übergriffen haben zu müssen.“

Angesichts der aktuellen Studien und weiterhin hohen Zahl betroffener Kinder und Jugendlicher ist die Marke von 10.000 erreichten Schüler:innen ein Ansporn, die Präventionsarbeit konsequent weiter auszubauen, um noch mehr junge Menschen zu erreichen.

1 HBSC-Studie des Robert Koch-Instituts
2 repräsentative Cyberlife-V-Studie 2024
3 Wirkungsbericht 2025 des Vereins www.zeichen-gegen-mobbing.de/wirkungsbericht

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Über Zeichen gegen Mobbing e. V.

Zeichen gegen Mobbing e. V. hat seinen Sitz im niedersächsischen Gronau (Leine). Die Mission des Vereins ist es, in Präventionsprojekten gemeinsam mit Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften an konkreten Lösungen für ein besseres Miteinander zu arbeiten. Durch Hilfsangebote von sogenannten Social Visionaries im Alter zwischen 18 und 28 Jahren soll zudem erreicht werden, dass sich mehr betroffene Schüler:innen wirksame Unterstützung suchen und ihre Schulzeit ohne Mobbing und Cybermobbing verbringen können.

Mehr Informationen über die Arbeit des Vereins gibt es unter www.zeichen-gegen-mobbing.de.  

Sandra Bastian

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