Die Präventionsarbeit von Zeichen gegen Mobbing zeigt, wie Schulen Mobbing wirksam begegnen können
Der Wirkungsbericht 2025 gibt Einblick in Ansatz, Umsetzung und Ergebnisse der Präventionsarbeit an Schulen.
Gronau (Leine), 08. April 2026 – Mobbing ist ein weit verbreitetes, aber oft unterschätztes Problem in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Laut letzter HBSC-Studie des Robert-KochInstituts‑ ist etwa jede:r siebte Schüler:in in Deutschland direkt von schulischem Mobbing betroffen. Weitere 7 % berichten von Erfahrungen mit Cybermobbing. Die repräsentative Cyberlife-V‑Studie 2024 zeigt sogar, dass 18,5 % der 7 bis 20‑jährigen bereits Cybermobbing erlebt haben.
Gleichzeitig wird bundesweit intensiver darüber diskutiert, wie Schulen mit wachsenden psychosozialen Belastungen umgehen können. Lehrkräfte berichten von fehlender Zeit, Eltern von Unsicherheit, und viele Betroffene sprechen nicht über das, was sie erleben. Unterstützung setzt häufig erst dann ein, wenn Situationen bereits eskaliert sind.
Warum viele Maßnahmen ins Leere laufen
Der Wirkungsbericht 2025 von Zeichen gegen Mobbing e. V. zeigt, dass Mobbing an Schulen weniger an mangelndem Willen scheitert als an fehlender Handlungssicherheit. Häufig wird Mobbing mit Streit oder Konflikten gleichgesetzt, Zuständigkeiten bleiben unklar und Maßnahmen greifen nicht früh genug oder nicht passend zur Dynamik.
„Mobbing löst sich nicht von selbst“, sagt Marek Fink, Gründer und Geschäftsführer von Zeichen gegen Mobbing e. V.
Ein Ansatz, der an der Ursache ansetzt
Zeichen gegen Mobbing e. V. setzt deshalb auf einen Ansatz, der Mobbing nicht individualisiert, sondern strukturell bearbeitet. Prävention und Intervention werden systematisch verbunden, die gesamte Klassengemeinschaft einbezogen und Verantwortung im sozialen Gefüge aktiviert.
Die Projekte folgen einem mehrstufigen Ablauf: von anonymen Umfragen zur Situationserfassung über passgenaue Workshopimpulse‑ bis hin zu begleitender Elternarbeit und einer Nachbefragung zur Wirkungsmessung. Umgesetzt werden die Workshops von sogenannten Social Visionaries, jungen Erwachsenen mit fachlicher Qualifizierung und häufig eigener Mobbingerfahrung.
„Schüler:innen werden nicht belehrt, sondern befähigt“, so Fink. „Sie lernen, Mobbing einzuordnen, Grenzen zu benennen und wirksam zu handeln.“


Messbare Wirkung im Schulalltag
Die Wirksamkeit des Ansatzes des Vereins wurde bereits im November 2025 auch extern bestätigt: Zeichen gegen Mobbing e. V. erhielt das PHINEO Wirkt‑Siegel für seine schulische Präventionsarbeit. Das Siegel wird an Organisationen vergeben, deren Angebote auf Basis einer unabhängigen Prüfung nachweislich Wirkung entfalten. Der Wirkungsbericht 2025 knüpft nun daran an und zeigt, wie sich diese bestätigte Wirksamkeit konkret im Schulalltag niederschlägt. Anhand anonymisierten Vorher‑Nachher‑Befragungen wird deutlich: In Klassen mit vollständigem Vergleich sank der Anteil der von Mobbing betroffenen Schüler:innen um 29 %. Gleichzeitig gaben 35 % mehr Schüler:innen an, das Miteinander in ihrer Klasse aktiv beeinflussen zu können. Auch Hilflosigkeit in belastenden Situationen nahm deutlich ab.
„Diese Ergebnisse sind kein Zufall“, sagt Fink. „Sie zeigen, dass sich etwas verändert, wenn Schulen Mobbing nicht individualisieren, sondern strukturell angehen.“
Arbeit in sieben Bundesländern – Nachfrage weiter hoch
Im Jahr 2025 war Zeichen gegen Mobbing e. V. an 22 Schulen in sieben Bundesländern aktiv und erreichte knapp 1.600 Schüler:innen in 69 Klassen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der frühen Prävention: Rund ein Drittel der Projekte fand an Grundschulen statt.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass viele Schulen trotz hoher Motivation an Grenzen stoßen. Fehlende Ressourcen, Zeitdruck und begrenzte Finanzierung erschweren es, Präventionsangebote flächendeckend umzusetzen.
Warum das Thema jetzt relevant ist
Der Wirkungsbericht ordnet sich in eine aktuelle gesellschaftliche Debatte ein: Wie können Schulen Kinder und Jugendliche wirksam schützen, ohne sie zu stigmatisieren oder allein zu lassen? Zeichen gegen Mobbing e. V. versteht den Bericht als Beitrag zu dieser Frage und als Einladung, Prävention nicht als Zusatz, sondern als Teil des Bildungsauftrags zu denken.
Der vollständige Wirkungsbericht 2025 ist abrufbar unter:
www.zeichen-gegen-mobbing.de/wirkungsbericht
Pressemitteilung zum Download:
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Download der PressemitteilungÜber Zeichen gegen Mobbing e. V.
Zeichen gegen Mobbing e. V. hat seinen Sitz im niedersächsischen Gronau (Leine). Die Mission des Vereins ist es, in Präventionsprojekten gemeinsam mit Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften an konkreten Lösungen für ein besseres Miteinander zu arbeiten. Durch Hilfsangebote von sogenannten Social Visionaries im Alter zwischen 18 und 28 Jahren soll zudem erreicht werden, dass sich mehr betroffene Schüler:innen wirksame Unterstützung suchen und ihre Schulzeit ohne Mobbing und Cybermobbing verbringen können.
Mehr Informationen über die Arbeit des Vereins gibt es unter www.zeichen-gegen-mobbing.de.
Sandra Bastian
Kontakt für Journalist:innen
presse@zeichen-gegen-mobbing.de
